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Ich arbeite nicht erst seit Corona im Homeoffice, sondern schon seit 2009 und habe hier meine sieben besten Tipps für dich zusammengestellt:

 

1. Steh‘ auf

Es ist absolut verlockend, liegen zu bleiben und es zu genießen, dass du nicht pünktlich irgendwo im Büro aufschlagen musst. Ich verstehe das total, denn ich bin eine absolute Pennliesel und liebe es, lange zu schlafen. Aber es bringt dich nicht weiter. Denn wenn du bis zehn Uhr (oder noch länger) im Bett liegst, hast du um halb elf (oder noch später) garantiert erstrecht keine Lust mehr auf Arbeit. Du musst dich auch nicht um fünf oder sechs Uhr aus dem Bett quälen, denn schließlich sparst du dir den Anfahrtsweg. Aber spätestens um acht sollte dein Wecker klingeln, damit du je nach Morgenroutine um halb neun oder neun am Schreibtisch bist.

 

2. Wasch‘ dich

Ähnlich verlockend wie das Ausschlafen ist es, sich ungewaschen und mit verstrubbelten Haaren an die Arbeit zu machen. Sieht ja keiner. Aber erstens besteht das Risiko einer spontanen Videokonferenz oder eines FaceTime-Anrufs. Und zweitens wirst du dich nach einiger Zeit sehr unwohl fühlen.

 

3. Zieh‘ dich an

Klar ist es im Schlaf- oder Jogginganzug total gemütlich. Die Hose kneift nicht beim Sitzen, wir müssen nicht so oft Wäsche waschen oder gar bügeln und überhaupt spart es ja auch Zeit, wenn wir direkt aus dem Bett an den Computer gehen. Aber auch hier lauert die Gefahr, dass dich doch jemand per digitaler Bildübertragung erwischt. Und zweitens wirst du dich nach einiger Zeit irgendwie wertlos fühlen. Der alte Spruch „Kleider machen Leute“ stimmt leider nach wie vor (auch wenn ich mir wünschen würde, es wäre anders) und dein Unterbewusstsein wird versuchen, dir klarzumachen, dass du nichts kannst.

 

4. Leg‘ dir eine Startzeit fest

Im normalen Alltag sind wir alle getaktet und richten uns nach der Startzeit der Schule oder nach der Uhrzeit, zu der wir im Büro sein müssen. Alles flutscht auch im Halbschlaf, weil jeder weiß, was wann zu tun ist. In Zeiten von Schulschließungen und flächendeckendem Homeoffice-Aufruf fehlt die „Ziel-Zeit“, von der alles abhängig ist. Lege dir daher eine Zeit fest, zu der du mit der Arbeit beginnen willst. Rechner rückwärts, wie lange du vom Wecker klingeln bis zur Startzeit benötigst und stelle den Wecker entsprechend.

 

5. Behalte deine Morgenroutine bei

Mach einfach alles wie bisher, nur dass du am Ende NICHT aus dem Haus gehst. Also duschen, anziehen, frühstücken, Zeitunglesen, Sport… was auch immer du sonst morgens tust.

 

6. Erfinde einen Kick-Off-Moment

Das ist mein Lieblingstipp. Suche dir eine Tätigkeit, die für dich wie ein Startknopf funktioniert. Sie ist das Signal für „Jetzt geht’s los“. Bei mir ist es der Moment, in dem ich das Webradio starte. Manchmal bin ich vor meiner geplanten Startzeit am PC, dann lese ich noch private Mails oder stöbere durch Facebook. Und pünktlich zur geplanten Zeit, starte ich das Webradio und lege los. Manchmal hatte ich schon vergessen, das Radio einzuschalten und hab mich gewundert, warum ich es irgendwie nicht richtig flutscht. Tja, ich hatte vergessen, mich anzuschalten. 😉

 

7. Lass den Privatkram liegen

Da du zu Hause bist, wirst du ständig an irgendwelche Dinge erinnert, die noch zu tun wären: die Dreckwäsche liegt rum, es gehört dringend gesaugt, aus den Fenstern kann man kaum noch rausschauen oder es muss unbedingt mal wieder aufgeräumt werden. Ach, und einkaufen müsstest du auch noch. Nein, nein, nein! Lass es einfach sein. Du bist zwar zu Hause, aber trotzdem bei der Arbeit. Und wenn du auswärts bei der Arbeit wärst, könntest du dich auch nicht um die Sachen kümmern. Also Augen zu und ignorieren.

 

Kinderbetreuung und Homeoffice

Zum Schluss möchte ich noch etwas zum Thema Kinderbetreuung im Homeoffice sagen. Am 8. März hat @phwampfler getwittert*:

„Wer Homeoffice vorschlägt, damit Eltern Kinder betreuen können, hat wohl weder Homeoffice noch Kinderbetreuung wirklich verstanden.“

Ich persönlich finde, das ist der allerbeste Kommentar, den ich bisher zu diesem Thema gelesen hab. Denn er trifft den Nagel auf den Kopf:

Wer im Homeoffice ist, der ARBEITET! Es gibt zwar jede Menge Gags und Sprüche über Alkohol, Sex und Netflix im Homeoffice und es gibt sicher auch „schwarze Schafe“, die die vermeintliche Freiheit ausnutzen. ABER der Großteil der Menschen, die von zu Hause arbeiten, sind effektiver und effizienter als im Büro, da sie weniger abgelenkt werden und dadurch zügiger und konzentrierter arbeiten.

Wer Kinder betreut, BETREUT Kinder! Ja, es gibt tatsächlich über den Tag verteilt Momente (kleine, kurze, seltene Momente!), in denen das Kind oder die Kinder versonnen spielen und man hat einfach mal ein bisschen Luft. Und natürlich kann man die älteren Kinder auch mit Tablet, Handy, Spielekonsole oder Fernseher beschäftigen. Aber Kinder brauchen Aufmerksamkeit. Ihnen fällt plötzlich etwas gaaaanz wichtiges ein, was sie fragen müssen. Sie hauen sich den Fuß am Tischbein an. Sie streiten sich. Sie haben Hunger. Sie streiten sich. Sie wollen sich mit ihren Freunden verabreden und verstehen nicht unbedingt, warum sie das gerade nicht dürfen. Sie finden das Ladegerät vom Handy nicht. Sie haben ein Bild gemalt, das sie dir zeigen wollen. Und vieles mehr.

Homeoffice ist kein Urlaubstag, an dem zufällig ein Kind anwesend ist!

Bei älteren Kindern hilft es, wenn man ihnen klarmacht, dass man jetzt mal zwei Stunden nicht ansprechbar ist. Am besten schließt man als Zeichen die Tür zum Arbeitszimmer, sofern man diesen Luxus hat. Das muss man natürlich mehrmals am Tag machen, denn die Jobs, bei denen man nur zwei Stunden am Tag arbeitet und trotzdem finanziell über die Runden kommt, sind eher die Ausnahme.

Bei jüngeren Kindern geht das nicht. Ich stand nie vor dieser Herausforderung, mehrere Stunden Arbeit zu bewältigen und gleichzeitig meinen Sohn zu betreuen. Deswegen will ich mir auch nicht anmaßen, für diese Situation irgendwelche Tipps zu geben. Ich habe nicht mal in der Theorie eine Idee, wie man konzentriert fünf bis acht Stunden Arbeit gewuppt bekommt, während ein Vierjähriger oder eine Sechsjährige anwesend sind (oder gar beide zusammen).

Deswegen wünsche ich allen Eltern, die das gerade organisieren müssen, ganz viel Geduld, gute Nerven, innere Ruhe und Gelassenheit und tolle Chefinnen und Chefs, die auch mal ein Auge zudrücken. Bleibt gesund, alles wird gut!

*https://twitter.com/phwampfler