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Siehst du es?

Ich gestehe… als Tochter eines Lehrers, wurde mir das Thema Rechtschreibung sozusagen in die Wiege gelegt. Später wurden meine Notizzettel mit dem Rotstift korrigiert. Daher wurde ich nicht nur früh, sondern auch ständig damit konfrontiert, wie man etwas schreibt und wie eben nicht.

Selbstverständlich bin ich auch kein wandelnder Duden, aber ich kenne mich nach wie vor ziemlich gut damit aus. Die Rechtschreibreform, während der ich längst nicht mehr die Schulbank drückte, hat mein Wissen etwas eingedämmt. Hier habe ich leider nur sporadisch die ein oder andere Regeländerung aufgeschnappt.

Rechtschreibfehler springen mich an

Aber dennoch bin ich auf dem Gebiet ziemlich fit. Das ist einerseits toll, weil es gerade als Assistentin enorm wichtig ist, ordentliche Briefe und E-Mails zu verfassen. Auf der anderen Seite kann es auch sehr anstrengend sein. Mir springen ständig Rechtschreibfehler ins Auge, denn gerade in den sozialen Netzwerken wir das Thema ja nicht gerade groß geschrieben.

gerne wird einfach nur alles ohne punkt und komma hintereinander weg getippt höchstens mal unterbrochen durch ein paar smileys oder abkürzungen mal ehrlich kann das jemand lesen naja lesen vielleicht schon aber den sinn verstehen wo fängt ein satz an wo hört er auf ist das jetzt eine frage oder wie oder was hat sich der schreiber vielleicht vertippt und den rest vergessen

Puh… anstrengend! Aber dem Thema widme ich mich möglicherweise eines Tages in einem anderen Artikel etwas ausführlicher. 😉

Was ich heute ansprechen will, weil es mir immer wieder auffällt, ist die Sache mit dem „SEID“ bzw. „SEIT“. Ich persönlich halte es aufgrund meiner Vorgeschichte für einen sehr einfachen Sachverhalt.

SEIT oder SEID – das ist hier die Frage!

SEIT“ – befrifft die Zeit (Sekunden, Stunden, Tage, Jahre…)
„SEID“ – gehört zu dem Verb sein (ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, IHR SEID, sie sind)

Für alle, denen das zu lapidar erscheint, hier ein paar Beispiele:
Seit zehn Jahren arbeite ich als VPA.
Seit heute früh um 7:30 Uhr sitze ich am Computer.
Seit 2014 habe ich eine Katze.
Seit vielen Jahren (räusper) bin ich auf der Welt.
Seit Monaten kann ich endlich mal wieder gut schlafen. Das ist nur ein Beispiel, ich schlafe immer gut. 😉
Seit fünf Minuten liest du schon diesen Artikel.

Merkst du es?

Jahre, Uhr, Monate, Minuten… Das sind alles Zeitangaben. Selbstverständlich funktioniert das auch, wenn das Wörtchen „seit“ in der Mitte des Satzes steht, denn dann geht es ja immernoch um die Zeit. Also „Ich fahre seit kurzem ein neues Auto“ oder „Ich spiele seit meiner Kindheit gerne Völkerball“.

Dem gegenüber steht das Wörtchen „SEID“, das eine Form des Verbs „SEIN“ darstellt:
Seid ihr verrückt geworden, das immer zu verwechseln?
Seid ihr beim nächsten Artikel auch wieder hier?
Seid ihr eigentlich zufrieden mit der Ordnung in eurem Büro?
Wo seid ihr denn?
Wieso seid ihr noch nicht angezogen?

Mein Tipp: Du/er/sie/es statt ihr

Hier hilft es, sich zu fragen, wie der Satz lauten würde, wenn ich nur eine Person ansprechen oder über eine Person sprechen würde!
BIST du verrückt geworden?
SIND Sie beim nächsten Artikel auch wieder hier?
IST er eigentlich zufrieden mit der Ordnung in seinem Büro?
Wo IST sie denn?

Bist, sind, ist… das sind alles Formen von „sein“. Zur Erinnerung: Ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr SEID, wir sind. Kann ich also aus dem „SEID ihr“ auch ein „Bist du“ machen oder ein „Ist er“, dann wird es ganz klar mit D geschrieben.

Machen wir die Gegenprobe:

Bist du acht Jahren arbeite ich als VPA. Äh, nein!
Ist er heute früh um 7:30 Uhr sitze ich am Computer. Ebenfalls nicht.
Ist sie 2014 habe ich eine Katze. Bloß nicht!

Also nicht vergessen:
Kann ich aus dem „seid/t“ ein „bist du“ machen und der Satz klingt immernoch gut, dann heißt es „SEID“.
Ansonsten „SEIT“.